Virenschutz Mac – Sinnvoll oder Ressourcenverschwendung?

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Was unter Microsoft Windows eine Selbstverständlichkeit ist, verstehen viele bei einem Macintosh Betriebssystem als Ressourcenverschwendung. Dabei sollte man sich doch die Frage stellen ob es nicht sinnvoll wäre einen Virenschutz auf dem eigenen Mac zu installieren.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist der Auffassung, dass die neueren Mac Betriebssysteme wesentlich sicherer sind und das kaum Virenschutz im Privatgebrauch nötig ist.

In einer Firmenumgebung sieht es wiederum anders aus. Meist sind hier im Netzwerk nicht nur Mac-PCs unterwegs. Um eine Verbreitung der Vielzahl von Windows Viren einzudämmen ist hier der Einsatz von Virenschutz für den Mac empfehlenswert. Außerdem ist man zusätzlich vor einer evtl. kommenden „Mac-Viren-Gefahr“ gerüstet, auch wenn diese im Moment noch unwahrscheinlich scheint.

Vorsicht ist auch hier besser als Nachsicht, gerade wenn es sich um vertrauliche Firmendaten handelt. Die meisten Benutzer die mit dem Mac in der Firma arbeiten, nutzen diesen auch Zuhause privat. Die Verschmelzung von privatem und firmlichen ist hier groß. Viele große Firmen sehen sich dadurch gezwungen auch auf diesen Macs einen Virenschutz zu installieren.

Leichtsinnigkeit wird bestraft

Immer mehr Computerbenutzer in Deutschland haben den Mac für sich entdeckt. Viren, Trojaner oder Spyware existieren laut Statistik kaum. Da der Trend zum Mac-PC zunimmt werden auch Hacker versuchen sich dieser Zielgruppe anzupassen.

Es existieren gerade einmal um die 50 bekannten Malwareprogramme für das Apple Betriebssystem. Richtige Viren sind bis heute nicht bekannt, da Viren sich automatisch weiter verteilen und eine größtmögliche Infektion in kurzer Zeit anstreben. Malware hingegen ist das einfache Schadprogramm an sich was sich nicht automatisch weiterverteilt.

31 Viren (Malware), Würmer & Trojaner
, 1 Scareware, 
diverse Macroviren für Microsoft Office (Stand 04/2012, Quelle apfelwerk.de)
Eine genaue Auflistung aller Schädlinge finden Sie hier: http://www.apfelwerk.de/

Leider sitzt bei Mac- sowie auch bei Windowssystemen das größte Sicherheitsrisiko vor dem Bildschirm. Denn bei einem OS X Betriebssystem ist die Installation von Apps und co nur mit Eingabe des Administratorkennwortes möglich. Durch Leichtsinnigkeit und Unwissen kann man hier in die Falle geraten. Prüfen Sie deshalb genau wenn eine Passworteingabemaske erschein, was sich dahinter verbirgt und ob Sie der Quelle trauen können.

Sicherheitsmechanismen des Apple Betriebssystems

Sicherheit OS X

Sicherheitsmechanismus von Mac OS X

Bei neu installierter Software wird immer bei dem ersten Start gefragt ob man sich sicher ist das man dieses Programm ausführen möchte. Diese Sicherheitsmaßnahme nennt sich bei Mac Gatekeeper, dieser prüft ob die neue App aus dem AppStore oder von einem zertifizierten Entwickler stammt. Seit der Version OS X 10.8 Mountain Lion ist voreingestellt das nur diese Software installiert werden kann. Alle Programme die nicht auf diesem Wege heruntergeladen werden, können vorerst nicht installiert werden. Die Einstellung kann hier geändert werden:

„Systemeinstellungen -> Sicherheit -> Allgemein -> „Apps-Download erlauben von: Keine Einschränkung“

Natürlich sollte dies nur gemacht werden wenn man auch tatsächlich weiß was man auf dem Mac installiert und dem Urheber oder Anbieter traut.

Eine weitere Sicherheitsmaßname von Apple nennt sich Xprotect. Dieses kleine Tool scannt Downloads und Mails auf bekannte Bedrohungen und unterbindet diese. Leider ist der scann nicht bei CDs und USB Sticks möglich.

Das Macintosh Betriebssystem ist wenig anfällig für Schädlinge. Damit das auch dauerhaft so bleibt sollten immer regelmäßig Updates installiert werden. Nur hierdurch ist gewährleistet das erkannte Sicherheitslücken in der Zukunft auch auf Ihrem Mac geschlossen werden.

Sicherheit über den AppStore beziehen

Virenschutz Mac

Apple AppStore – Virenschutz aus dem AppStore.

Über den AppStore sind ebenfalls Antivirenprogramme erhältlich, die in ihrer Funktion aber stark eingeschränkt sind. So haben diese z. B. keinen aktiven Wächter der im Hintergrund alle Dateien scannt die in Bewegung sind. Genauso sind keine automatischen Updates der Virendatenbank möglich, die den Virenscanner immer auf dem neusten Stand halten.

Ebenfalls, ist es von Apple nicht gewollt, dass diese Scanner alle Verzeichnisse der Festplatte scannen sondern nur die Download und Userverzeichnisse prüfen.

Virenschutz Mac – Diese Anbieter gibt es

Avira, Sophos, Avast, Kaspersky* Internet Security, F-Secure, Virus Barrier, Norton Antivirus, BitDefender, Dr. Web, ESET Cyber Security, Panda, eScan, McAfee, ClamXav, Trend Micro, Intego Internet Security sind die bekanntesten Anbieter wenn es um Virenschutz beim Mac geht.

Der Virenschutz bringt selbstverständlich auch Geschwindigkeitseinbußen beim öffnen oder kopieren von Daten mit sich, da jede einzelne Datei noch mal durch den Virenscanner laufen muss. Einige Hersteller von Antivirensoftware haben den Scann-Algorithmus so konzipiert das sich die Belastung des Systems in grenzen hält. Bei neueren Macs die mit einer SSD Festplatte ausgestattet sind ist der Unterschied kaum spürbar.

Etliche Scanner beschränken sich wegen der System Performance nur auf das suchen von Macviren und lassen die Windows Viren außer acht. Andere scannen nach Mac und nach den aktuellsten Windowsviren.

Manch ein Virenschutz Programm hat Zusatzfunktionen wie eine Firewall, Kindersicherung oder diverse Browsererweiterungen um für zusätzlichen Schutz beim Surfen im Netz zu sorgen.

Natürlich gibt es auch Schattenseiten von Sicherheitsprogrammen. Ein Virenschutz installiert sich tief in das System hinein. Hier kann es vorkommen, dass eine Deinstallation ihre Spuren hinterlässt und Probleme verursacht.

Sinn macht ein Virenschutz besonders bei Makroviren, da diese sowohl unter Windows als auch unter Mac aktiv werden können. Es Empfiehlt sich die Makrofunktion im MS Office zu deaktivieren wenn diese nicht genutzt wird. Genauso wenn wie oben beschrieben in einem gemischten Netzwerk gearbeitet wird wo Windowsrechner infiziert werden können. Hier macht ein Scanner der eine schlechte Windowsvirenerkennung hat wenig Sinn.

Simple Sicherheitsmaßnahmen

Ein weiterer Sicherheitsaspekt ist das nutzen eines sicheren Browsers. Safari oder Google Chrom nutzen eine Sandbox-Technologie die bei bekannten Bedrohungen das Dateisystem- & die Netzwerkzugriffe einschränkt. Zusätzlich werden die eingegebenen URLs auf betrügerische Webseiten in einer Online Datenbank abgeglichen und ggf. blockierte.

Browser Sicherheit WOT

WOT – Er stuft Webseiten nach Benutzer-Erfahrungswerten ein.

Das Plugin WOT ist ein Dienst der es sich zur Aufgabe gemacht hat Webseiten nach ihrer Vertrauenswürdigkeit einzustufen. Somit kann frühzeitig eine Phishing Seite (z. B. ausspähen von Bankdaten auf einer gefälschten Webseite) erkannt und verlassen werden. Nutzer die schlechte Erfahrungen mit einer Webseite gemacht haben, können dies an den Betreiber melden um die WOT-Datenbank auf dem Laufenden zu halten. WOT ist kostenlos und für alle gängigen Browser erhältlich.

Auch eine beliebte Masche ist es Schadsoftware über die Meldung „Fehlendes Plugin“ beim besuch einer Webseite einzublenden. Es kann sich auch um Schadsoftware handeln die anstatt eines Sinnvollen Plugins installiert wird. Achten Sie immer genau darauf um was für ein Plugin es sich handelt bevor Sie es installieren.

Risiko – Java und sonstige Fremdprogramme

Seit 2012 sind Sicherheitslücken über Java bekannt. Einige Webanwendungen benötigen dieses Programm um einwandfrei zu laufen. Wenn Sie Java verwenden ist es wichtig, dass Sie es immer auf dem neusten Stand halten. Falls das nicht möglich ist sollten Sie Java bei nichtbenutzen vorrübergehend in ihrem Browser deaktivieren. Verwechseln Sie Java nicht mit Javascript.

Sicherheitslücken gibt es nicht nur bei Java, an sich ist jedes Fremdprogramm auf dem Mac anfällig wenn durch Programmfehler Sicherheitslücken entstehen und diese durch Hacker ausgenutzt werden. Auch hier gilt die Programme immer regelmäßig Updates zu unterziehen um die Anfälligkeit zu vermindern.

Kurz Zusammenfassung

Virenschutz ist für Firmen die speziell mit Windowssystem im Netzwerk und mit Makros in MS Office arbeiten sinnvoll. Generell sollte man immer schauen was man mit dem Administratorkennwort bestätigt.

Apple hat schon einige Sicherheitsfeatures von Haus aus eingebaut die bekannte Bedrohungen minimieren. Virenscanner gibt es von sehr vielen Anbietern. Hier muss man schauen, dass es auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt ist und ob man die vielen Zusatzplugins der Programme wirklich benötigt.

Es gibt einfache und zudem noch kostenlose Wege den Browser gegen Phishing abzusichern. Updates sind ein Muss wenn Sicherheitslücken geschlossen werden sollen, egal ob vom Betriebssystem oder von anderen Programmen.

Sie kennen sich mit Virenschutz für den Mac aus oder waren selbst von Malware betroffen? Ist ein Virenschutz auch im Privatsektor nötig? Wird es bald mehr Mac Viren geben?

Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen und Meinungen in die Kommentarzeile!

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Daniel Felsing

Mein Name ist Daniel Felsing. Ich bin selbständiger Blogger und Internetmarketer. Auf DaFel-IT findet ihr meine Erfahrungsberichte zum Thema Sicherheits-IT und Mac-Gadgets.
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